
… sind sehr lang. Brasilien ist eben endlos groß. 4000 km von Freitagabend 1830 bis Montagabend 1800 zurückgelegt bzw. erduldet. Rote Erde, grünes Land, blauer Himmel. Dies müsste, wenn es mit rechten Dingen zuginge, das reichste Land der Welt sein; riesig, fruchtbar, Bodenschätze, freundliche Menschen. Im Norden flache, feuchte Ebene, im Zentrum Hügelketten mit weiten Tälern dazwischen. Die Straße zwischen Belém im Norden und Rio fast im Süden läuft schnurgerade und der Bus fräst sich Tag und Nacht hindurch und frisst Meilen, Pausen gibt es nur dreimal am Tag für eine halbe Stunde. Könnte man anstrengend finden. Aber man fällt in eine Art Trance oder Lähmung, wartet nur noch, bis es vorbei ist. Die letzten dreihundert Kilometer zwischen Belo Horizonte [„Belorisontschi“] und Rio schlängelt sich die Route in Serpentinen durch grüne Berge, die immer steiler und zuckerhutiger werden („Sierra“). Das zieht sich. Aber der Albabstieg im Abendlicht und ersten Nebeln, nach Rio hinab, ist berückend schön.






Rio de Janeiro
Und Rio ist schon noch schöner.


Zur Christusfigur mit dem offenen Herzen auf dem Corcovado, wo selbst die Frischverheirateten aus besten Kreisen (Schweiz, China, Russland) mit dem Bähnlein hochfahren wie alle. Viel Volks. Jeder schießt ein Foto mit der Figur, zur Not auf dem Boden liegend.


Maracanã: der heilige Rasen ist ehrfurchteinflößend. Der Blick vom Zuckerhut fast so überwältigend wie der unter Jesus‘ Achsel hervor. Was für ein Hafen! Mit dabei bei der Stadtrundfahrt mit José Carlos und seinem unerhört riesigen Ford Explorer (8 Zylinder, dafür keine Kupplung, 9 Plätze, weiße Ledersitze, aber nie ein Parkplatz in der richtigen Größe): Zwei ungezogene Typen aus Surinam sind schon im Wagen. Busybusy Geschäftsmann und sein Adlatus (oder Lover) Jordan. Hören nie zu, quatschen immer dazwischen, telefonieren andauernd mit Zuhause und protzen rum und lassen einen seelenruhig eine halbe Stunde warten, an der bunte Treppe, die an scheinend aus irgendwelchen Rapper-Video weltberühmt sein muss. Aber am Ende doch ganz nett. Auf dem Zuckerhut haben sie mich überall gesucht, weil sie einen Dritten für den Hubschrauber-Rundflug gebraucht hätten (770 RS = € 150). Als ob ich das je gemacht hätte … Im Abendrot Caipirinhas, weil sie so lange auf mich gewartet haben. Und Rios verliebte Jugend sitzt knutschend auf der Mauer am Meer …

Abends Sardinen und Wein. Haben damals die Portugiesen eingeführt. Die Filets sind höchstpaniert und knusprig und werden mit Zitronensaft und Olivenöl serviert. Wein passt gut dazu.
Heute Copacabana und Ipanema. Bikinis wie dort sieht man inzwischen überall. Und Sand soll es auch an anderen Stränden geben. Keine Fotos. Nachmittags die (Jugendstil-) Cafeteria Colombo, Schokokuchen.

Abendstimmung und Sendepause bis mindestens Mitte April. Auf dem Schiff hab ich kein WLAN (und nichts zu erzählen).
War schön mit euch! Bis bald.
